Italien ist eines der reichsten Länder der Welt, was die Vielfalt der Rebsorten angeht. In seinen Weinbergen wachsen rund 350 bekannte Varietäten. mehr...
Es hat die meisten abgegrenzten Weinberge, Lagen und auch Rebsorten. Besonders hier gilt der Wein als viel mehr als nur ein Getränk, denn kein anderes Land hat so eine ausgeprägte, positive Einstellung zu Genuß, sinnlichen Gelüsten und Freude am Leben. Der Ursprung des italienischen Weinbaus liegt in Griechenland. Aber es wurde auch schon vorher Wein angebaut, davon zeugt zum Beispiel eine Amphore (mit Korkstöpsel), die aus der Zeit 600 vor Christi stammt. Durch die auf der Insel Sizilien beginnende griechische Kolonisation wurde auch die griechische Weinbaukultur beginnend von Süden nach Norden auf die Halbinsel gebracht.
Die Römer entwickelten die Rebenzucht weiter und brachten die Weinbereitung zur hohen Kunst. Eine Spezialität war das Würzen mit Harz, Honig, Gewürzen, Kräutern und sogar Meerwasser, um den Wein geschmackvoller und haltbarer zu machen. Es wurde bereits perlender Wein durch Lagern der Weinamphoren in kaltem Quellwasser (Gärungs-Unterbrechung) erzeugt. Lange Zeit war der legendäre Falerner, der "Wein der Cäsaren", der einzig bedeutende Wein. Im ersten Jahrhundert beschäftigte man sich intensiv mit der Rebsorten-Züchtung und versuchte für den jeweiligen Boden die am besten geeignete Sorte zu finden. Die Römer legten in den neu gewonnenen Provinzen in Frankreich, Spanien, Portugal, Deutschland und sogar England Weinberge an. Wein wurde zum Import- und Exportartikel und die Römer stellten dafür auch bereits Holzfässer her.
Alle bekannten Dichter und Denker wie Vergil, Horaz, Ovid Plinius und Cato schrieben über den Wein. Und es gab den Weingott Bacchus. Durch den Zusammenbruch des Römischen Reiches im 4. Jahrhundert und die Wirren der Völkerwanderung geriet die italienische Weinkultur in Vergessenheit und wurde nur mehr durch Klöster gepflegt. Um den Weinbau wiederzubeleben, tat Papst Paul III. (1468 - 1549) den französischen Wein in Acht und Bann und ließ detaillierte Übersichten über den damaligen italienischen Wein erstellen. Einen großen Aufschwung im italienischen Weinbau gab es dann wieder zu Beginn der Renaissance im 14. Jahrhundert. Die Basis des heutigen Weinbaus entstand erst im vorigen Jahrhundert, als in der Toskana die Weinzonen für den Chianti festgelegt wurden.
Mit über 2.000 verschiedenen Arten hat Italien unbestreitbar die meisten Rebsorten der Welt, nicht wenige davon sind noch griechischen und römischen Ursprungs. Davon sind aber "nur" 400 offiziell zugelassen, wozu alle bekannten europäischen Sorten zählen. Die 10 häufigst angebauten Rebsorten:
rote Reben:
Sangiovese, mit 100.000 ha
Barbera, mit 41.000
Merlot, mit 38.000 ha
Negroamaro, mit 37.000
Montepulciano, mit 2,7%
Primitivo, mit 25.000 ha
weiße Reben:
Trebbiano, mit 84.000 ha%
Catarratto, mit 82.000 ha
Sauvignon Blanc
Garganega
Der Boden ist von Vielfalt geprägt, doch das Klima hat gemeinsame Einflußgrößen. Die Alpen schirmen gegen kalte Nordwinde ab, die Apenninen bilden vom Piemont bis Sizilien eine Wetterscheide. Das Mittelmeer östlich und das Tyrrhenische Meer westlich, sowie die zahlreichen Flüsse und Seen wirken sich bestimmend aus. Die besten Regionen haben Temperaturen zwischen 12 und 16° Celsius, ausreichende Schnee- und Regenfälle im Winter und warme bis heiße Sommer mit Sonnenschein bis spät in den Herbst. Die Weingärten sind von Meereshöhe bis hinauf zu 1.000 Höhenmetern angelegt. Die Weinbau-Regionen im Überblick:
Abruzzen (L`Aquila) mit 52.000 ha
Apulien (Bari) mit 133.000 ha
Basilikata (Potenza) mit 15.000 ha
Emilia-Romagna (Bologna ) mit 76.000 ha
Friaul-Julisch-Venetien (Triest) mit 21.000 ha
Kalabrien (Catanzaro) mit 33.000 ha
Kampanien (Neapel) mit 47.000 ha
Latium (Rom) mit 66.000 ha
Ligurien (Genua) mit 6.300 ha
Lombardei (Mailand) mit 31.000 ha
Marken (Ancona) mit 32.000 ha
Piemont (Turin) mit 71.000 ha
Sardinien (Cagliari) mit 66.000 ha
Sizilien (Palermo) mit 165.000 ha
Toskana (Florenz ) mit 87.000 ha
Trentino-Südtirol (Trient) mit 14.000 ha
Umbrien (Perugia ) mit 22.000 ha
Venetien (Venedig) mit 90.000 ha
Früher setzte man in Italien auf Masse und nicht auf Qualität. Aber dann vollzog sich ein tiefgreifender Wandel. Die erste Weinregion, in dem sich das "italienische Weinwunder" bemerkbar machte, war die Gebiet des Chianti-Classico in der Toskana, wo ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit der einfachen Weine vollzogen wurde. In den letzten 30 Jahren hat sich der italienische Wein stärker verändert als in den drei Jahrtausenden davor. 1963 wurde eine umfassende Ordnung geschaffen und die neuen Qualitätsbezeichnungen "Denominazione di Origine controllata" (DOC) und später für die allerbesten Weine mit dem Zusatz "e garantita" (DOCG) eingeführt, was zur Qualitätsverbesserung ganz entscheidend beitrug. Es gibt folgende vier Qualitätsstufen
VdT = Vino da tavola: Die niedrigste Qualitätsklasse entspricht dem österreichischen bzw. deutschen Tafelwein oder dem französischen Vin de table. Er darf auf dem Etikett weder eine Rebsorte, geographische Bezeichnung noch einen Jahrgang enthalten, sondern ausschließlich nur mit "Bianco" (weiß) oder "Rosso" (rot) bezeichnet werden.
IGT = Indicazione geografica tipica: Die zweite Qualitätstufe entspricht der österreichischen bzw. deutschen Stufe Landwein oder dem französischen Vin de pays. Er muß dem Wesen nach eine typische, geographischbedingte Charakteristik haben. Als Bezeichnung kann er zum Beispiel eine Region wie "Rosso di Toscana" oder auch eine Rebsortenbezeichnung wie "Moscato di Canelli" tragen. IGT ersetzte die alte Bezeichnung "Vino da tavola Indicazione Geographica".
DOC = Denominazione di Origine controllata: Diese Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung müssen aus festgelegten Rebsorten, die in bestimmten Gebieten angebaut werden, nach festgesetzten Mengen und Methoden verarbeitet und ausgebaut werden. Sie müssen vorgeschriebenen Normen in Farbe, Duft, Geschmack, Alkohol-Gehalt, Säuregehalt etc. entsprechen. Manche DOC-Zonen produzieren nur einen Wein, andere mehrere in verschiedenen Farben, Rebsorten oder Arten. Als deutschsprachiges Pendant ist für Südtiroler Weine die Bezeichnung QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) zulässig.
DOCG = Denominazione di Origine controllata e Garantita: Diese Weine mit kontrollierter und garantierter Ursprungsbezeichnung repräsentieren die höchste italienische "Ehrenklasse", welche besonders hochgeschätzten Weinen die Echtheit garantiert. Seit 1992 wird nach französischem Beispiel bei DOC und DOCG-Weinen auch die kontrollierte Nennung der Unterzone (sottozona), der Gemeinde (comune), des Ortsteils (frazione), der Kleinklimazone (microzona), des Weingutes (fattoria, cascina oder podere) und der Weinbergsparzelle (vigna oder vigneto) vorgegeben. Das heißt, daß diese Zusatzinformationen angegeben werden dürfen, aber nicht müssen. Der Zusatz ""Classico" bezeichnet traditionelle Gebiete innerhalb eines Bereiches. Liegen die Qualitätsmerkmale wie Alkohol-Gehalt, Lagerzeit etc. über den gesetzlichen Anforderungen, so darf der Zusatz "Superiore" verwendet werden.
Die Römer entwickelten die Rebenzucht weiter und brachten die Weinbereitung zur hohen Kunst. Eine Spezialität war das Würzen mit Harz, Honig, Gewürzen, Kräutern und sogar Meerwasser, um den Wein geschmackvoller und haltbarer zu machen. Es wurde bereits perlender Wein durch Lagern der Weinamphoren in kaltem Quellwasser (Gärungs-Unterbrechung) erzeugt. Lange Zeit war der legendäre Falerner, der "Wein der Cäsaren", der einzig bedeutende Wein. Im ersten Jahrhundert beschäftigte man sich intensiv mit der Rebsorten-Züchtung und versuchte für den jeweiligen Boden die am besten geeignete Sorte zu finden. Die Römer legten in den neu gewonnenen Provinzen in Frankreich, Spanien, Portugal, Deutschland und sogar England Weinberge an. Wein wurde zum Import- und Exportartikel und die Römer stellten dafür auch bereits Holzfässer her.
Alle bekannten Dichter und Denker wie Vergil, Horaz, Ovid Plinius und Cato schrieben über den Wein. Und es gab den Weingott Bacchus. Durch den Zusammenbruch des Römischen Reiches im 4. Jahrhundert und die Wirren der Völkerwanderung geriet die italienische Weinkultur in Vergessenheit und wurde nur mehr durch Klöster gepflegt. Um den Weinbau wiederzubeleben, tat Papst Paul III. (1468 - 1549) den französischen Wein in Acht und Bann und ließ detaillierte Übersichten über den damaligen italienischen Wein erstellen. Einen großen Aufschwung im italienischen Weinbau gab es dann wieder zu Beginn der Renaissance im 14. Jahrhundert. Die Basis des heutigen Weinbaus entstand erst im vorigen Jahrhundert, als in der Toskana die Weinzonen für den Chianti festgelegt wurden.
Mit über 2.000 verschiedenen Arten hat Italien unbestreitbar die meisten Rebsorten der Welt, nicht wenige davon sind noch griechischen und römischen Ursprungs. Davon sind aber "nur" 400 offiziell zugelassen, wozu alle bekannten europäischen Sorten zählen. Die 10 häufigst angebauten Rebsorten:
rote Reben:
Sangiovese, mit 100.000 ha
Barbera, mit 41.000
Merlot, mit 38.000 ha
Negroamaro, mit 37.000
Montepulciano, mit 2,7%
Primitivo, mit 25.000 ha
weiße Reben:
Trebbiano, mit 84.000 ha%
Catarratto, mit 82.000 ha
Sauvignon Blanc
Garganega
Der Boden ist von Vielfalt geprägt, doch das Klima hat gemeinsame Einflußgrößen. Die Alpen schirmen gegen kalte Nordwinde ab, die Apenninen bilden vom Piemont bis Sizilien eine Wetterscheide. Das Mittelmeer östlich und das Tyrrhenische Meer westlich, sowie die zahlreichen Flüsse und Seen wirken sich bestimmend aus. Die besten Regionen haben Temperaturen zwischen 12 und 16° Celsius, ausreichende Schnee- und Regenfälle im Winter und warme bis heiße Sommer mit Sonnenschein bis spät in den Herbst. Die Weingärten sind von Meereshöhe bis hinauf zu 1.000 Höhenmetern angelegt. Die Weinbau-Regionen im Überblick:
Abruzzen (L`Aquila) mit 52.000 ha
Apulien (Bari) mit 133.000 ha
Basilikata (Potenza) mit 15.000 ha
Emilia-Romagna (Bologna ) mit 76.000 ha
Friaul-Julisch-Venetien (Triest) mit 21.000 ha
Kalabrien (Catanzaro) mit 33.000 ha
Kampanien (Neapel) mit 47.000 ha
Latium (Rom) mit 66.000 ha
Ligurien (Genua) mit 6.300 ha
Lombardei (Mailand) mit 31.000 ha
Marken (Ancona) mit 32.000 ha
Piemont (Turin) mit 71.000 ha
Sardinien (Cagliari) mit 66.000 ha
Sizilien (Palermo) mit 165.000 ha
Toskana (Florenz ) mit 87.000 ha
Trentino-Südtirol (Trient) mit 14.000 ha
Umbrien (Perugia ) mit 22.000 ha
Venetien (Venedig) mit 90.000 ha
Früher setzte man in Italien auf Masse und nicht auf Qualität. Aber dann vollzog sich ein tiefgreifender Wandel. Die erste Weinregion, in dem sich das "italienische Weinwunder" bemerkbar machte, war die Gebiet des Chianti-Classico in der Toskana, wo ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit der einfachen Weine vollzogen wurde. In den letzten 30 Jahren hat sich der italienische Wein stärker verändert als in den drei Jahrtausenden davor. 1963 wurde eine umfassende Ordnung geschaffen und die neuen Qualitätsbezeichnungen "Denominazione di Origine controllata" (DOC) und später für die allerbesten Weine mit dem Zusatz "e garantita" (DOCG) eingeführt, was zur Qualitätsverbesserung ganz entscheidend beitrug. Es gibt folgende vier Qualitätsstufen
VdT = Vino da tavola: Die niedrigste Qualitätsklasse entspricht dem österreichischen bzw. deutschen Tafelwein oder dem französischen Vin de table. Er darf auf dem Etikett weder eine Rebsorte, geographische Bezeichnung noch einen Jahrgang enthalten, sondern ausschließlich nur mit "Bianco" (weiß) oder "Rosso" (rot) bezeichnet werden.
IGT = Indicazione geografica tipica: Die zweite Qualitätstufe entspricht der österreichischen bzw. deutschen Stufe Landwein oder dem französischen Vin de pays. Er muß dem Wesen nach eine typische, geographischbedingte Charakteristik haben. Als Bezeichnung kann er zum Beispiel eine Region wie "Rosso di Toscana" oder auch eine Rebsortenbezeichnung wie "Moscato di Canelli" tragen. IGT ersetzte die alte Bezeichnung "Vino da tavola Indicazione Geographica".
DOC = Denominazione di Origine controllata: Diese Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung müssen aus festgelegten Rebsorten, die in bestimmten Gebieten angebaut werden, nach festgesetzten Mengen und Methoden verarbeitet und ausgebaut werden. Sie müssen vorgeschriebenen Normen in Farbe, Duft, Geschmack, Alkohol-Gehalt, Säuregehalt etc. entsprechen. Manche DOC-Zonen produzieren nur einen Wein, andere mehrere in verschiedenen Farben, Rebsorten oder Arten. Als deutschsprachiges Pendant ist für Südtiroler Weine die Bezeichnung QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) zulässig.
DOCG = Denominazione di Origine controllata e Garantita: Diese Weine mit kontrollierter und garantierter Ursprungsbezeichnung repräsentieren die höchste italienische "Ehrenklasse", welche besonders hochgeschätzten Weinen die Echtheit garantiert. Seit 1992 wird nach französischem Beispiel bei DOC und DOCG-Weinen auch die kontrollierte Nennung der Unterzone (sottozona), der Gemeinde (comune), des Ortsteils (frazione), der Kleinklimazone (microzona), des Weingutes (fattoria, cascina oder podere) und der Weinbergsparzelle (vigna oder vigneto) vorgegeben. Das heißt, daß diese Zusatzinformationen angegeben werden dürfen, aber nicht müssen. Der Zusatz ""Classico" bezeichnet traditionelle Gebiete innerhalb eines Bereiches. Liegen die Qualitätsmerkmale wie Alkohol-Gehalt, Lagerzeit etc. über den gesetzlichen Anforderungen, so darf der Zusatz "Superiore" verwendet werden.


















